Marie
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Nachdem meine Hausärztin aufgehört hat und die Praxis von Dr. Willkomm übernommen wurde war es für mich, gerade bei dem Ärztemangel, am einfachsten dort zu bleiben. Im Nachhinein bereue ich diese Entscheidung und würde am liebsten null Sterne geben.
Bereits der erste Eindruck sprach bei mir Bände. In meinen Augen gehört es sich als Arzt überhaupt nicht, sich in seinen Bürostuhl zu setzen, als wäre es der heimische Sessel. Fehlte nur noch, dass er die Füße auf den Tisch gelegt hätte...
Da ich nun zum ersten Mal bei ihm in der Praxis war und meine gesundheitliche Vorgeschichte etwas komplexer ist, fing ich also an zu erzählen und wurde bereits nach wenigen Sätzen unterbrochen und gefragt, was genau ich denn jetzt aktuell wolle. Das dafür eben genau diese Vorgeschichte wichtig ist spielte für Dr. Willkomm keine Rolle. Als er dann auch noch fragte wofür ich eine Krankschreibung brauchte, war mir erneut klar, dass er mir absolut nicht zugehört hat. Anschließend verschrieb er mir dann auch noch Tabletten ohne in mein Akte zu sehen (dank der Packungsbeilage wusste ich dann allerdings noch rechtzeitig, dass ich die Dinger gar nicht neben durfte) und übergab mir, immernoch ohne jegliche Kenntnis, ein Kärtchen für eine Beratungsstelle im Bezug auf Pflegegeld (was übrigens in die vollkommen falsche Richtung läuft, da es ja mein Ziel ist wieder gesund zu werden). Für mich war das Maß voll. Zumal er immernoch überhaupt nicht wirklich wusste, was ich eigentlich habe und mich nicht einmal zehn Minuten kannte, geschweige denn sich mit dem ganzen Fall auseinandergesetzt hat.
Ich beschloss mir zeitnah einen neuen Hausarzt zu suchen und bis dahin bei Dr. Willkomm zu bleiben, doch bei meinem zweiten Termin war für mich auch dieser Kompromiss entgültig hinfällig. Ich konfrontierrte ihn mit dem verschriebenen Medikament, wurde dafür angesehen, als hätte ich mir das gerade vom Empfang bis zu ihm ins Sprechzimmer ausgedacht und nach der bereits bekannten Laier aus dem Behandlungszimmer geschmissen. Grund: Er wolle mit meiner Begleitung allein sprechen, was er allein von der Schweigepflicht her gar nicht darf. Ich widersprach, denn abgesehen von dem oben genannten Punkt, geht es immerhin um mich und das, was er im Anschluss meiner Begleitung erzählte war für uns auch nichts neues. Wieder mal der Beweis dafür, dass er weder in die Akte gesehen, noch zugehört hat. Sein Ton und sein Auftreten wirkte auf mich nicht nur wahnsinnig inkompetent, unangemessen, sondern gerade schon agressiv. Die Praxis war bis zum Ersticken voll mit Patienten, die das ganze Theater dann unfreiwillig auch mitbekommen haben. Eine erneute Krankschreibung würde ich auch nicht mehr bekommen. Immerhin hat er mir ja die Tabletten verschrieben (die ich ja immernoch nicht nehmen darf) und Adressen gegeben, dann muss es ja innerhalb von zwei/drei Wochen besser werden ( noch immer hatte er mir keine fünf Minuten zugehört). Frei dem Motto: Mit dem Finger schnipsen und alles ist wieder gut. Damit war das Thema für ihn wohl abgehakt. Für mich auch. Denn danach habe ich die Praxis nur noch ein letztes Mal betreten, um meine Papiere zu holen.
Etwas, das ich zwar nicht bewerten kann und was ich auch nicht bewerten mag ist der Umgang mit der übernommen Sprechstundenhilfe. Vor allem von den anderen Angestellten. Auf mich wirkte der Umgang forsch, als hätte sie keine Ahnung von dem was sie da tut. Wie gesagt ich wage es nicht, das zu bewerten, wollte es aber dennoch anmerken. Allein, dass es auf mich als Patient so wirkt ist ein Unding...
Fazit: Einmal nie wieder! Absolut nicht empfehlenswert. Bin jetzt bei einem Arzt, der mir zuhört und sich wirklich kümmert.