Stefan Maiwald
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Bei allem Verständnis für den Ärztemangel, der Überbelastung aufgrund der Coronakrise, der Landflucht der Allgemeinmediziner; es DARF nicht sein, dass schwerkranke Patienten bei Minustemperaturen draußen in der Kälte auf ihre Behandlung warten müssen. Ganz und gar nicht bei Schwerkranken, die Ü65 sind und diverse Vorerkrankungen aufweisen.
Früher auf dem hippokratischen Eid eingeschworen, müssen Ärzte, die heute eine Approbation erhalten, sich nur noch auf die Berufsordnung der Ärztekammer verpflichten. Ein eklatanter Fehler, wie es sich in diesem Fall handelt.
Es macht den Anschein, als würde man der Quantität der Qualität vorziehen, um so viele Menschen wie möglich zu behandeln. Natürlich. Das macht auch Sinn, wenn man im Sinne eines Kapitalisten handelt und nicht als Arzt. Stelle ich als Arzt den Anspruch an mich selbst, seine ethische Pflicht als Heilfürsorger und Gesundmacher über alles zu stellen so ist mir ein prall gefülltes Wartezimmer weniger wert als die adäquate Behandlung meiner Patienten. Alles andere ist Heuchelei und „Wischiwaschi-Behandlung“.
Werden wir ein wenig genauer; Patient X, Ü65 Jahre, bereits mehrere Pneumonien mit einhergehender Sepsis und dementsprechend anschließendem Intensivstationsaufenthalten, wird 1tens auf den Praxisparkplatz zum Warten verwiesen, 2tens wird ebendiesem Patienten eine adäquate Behandlung verwehrt. Prophylaktisch wird hier Prednisolon verschrieben und HUSTENSAFT. Es wurde weder Blut abgenommen, noch wurde die Frage gestellt, warum es zu dieser Häufigkeit derselben Krankheit kommt.
Einem Geistesblitz des Patienten ist es geschuldet, sich eine zweite Meinung einzuholen. Dieser zweite eingestellte Arzt stellte im Rahmen eines, man möge meinen, routinemäßigem Blutbild eine wieder beginnende Sepsis in Verbindung mit einer Lungenentzündung fest. Aufgrund engmaschiger Begutachtung und internistisch hervorragender Arbeit befindet sich der Patient bereits auf dem Weg der Besserung. Hätte sich der Leidende, nicht verantwortungsbewusst in andere ärztliche Hände begeben, wäre Schlimmeres nicht auszuschließen gewesen.
Leider sind viele Grundgedanken des Arztseins in dieser Praxis verloren gegangen. Weder eine Vernünftige Behandlung noch die patientengerechte „Unterbringung“ der Patienten kann gewährleistet werden. Wer also auf eine schnelle Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Schnell-Imbiss-Manier oder auf ein schnelles Rezept aus ist, darf gern auf diese Arztpraxis zurückgreifen. Legen Sie Wert auf eine, mindestens ausreichende Behandlung, sind Sie hier völlig fehl am Platz und spielen mit Ihrer Gesundheit.